ه‍.ش. ۱۳۸۷ شهریور ۱۹, سه‌شنبه





Über die Kampagne „Eine Million Unterschriften zur Änderung der diskriminierenden Gesetze“

Montag 19. Februar 2007


Einige Gruppen von Aktivist/innen der Frauenbewegung entschieden nach den, auf dem „Hafte Tir-Platz" in Teheran stattfindenden Protestversammlungen vom 12. Juni 2006 ihre Bemühungen im Sinne der dort beschlossenen Resolution fortzusetzen und gegen die ungerechten und frauenfeindlichen Gesetze gezielt vorzugehen. Im Rahmen einer Kampagne sollte eine breite Bewegung entstehen, die sich für die Sammlung von einer Million Unterschriften einsetzt, mit dem Ziel die frauendiskriminierenden Gesetze des Iran zu ändern.

Ziele der Kampagne

Die Sammlung von einer Million Unterschriften ist nur eine der Schwerpunkte dieser Kampagne. Diese Kampagne verfolgt weitere Ziele, die im folgenden Programm zum Ausdruck kommen:

1. Die Kampagne soll mit Unterstützung eines großen Teils der Gesellschaft einen positiven Wandel herbeiführen. Das berechtigte Ziel dieser Bewegung ist die Ab-schaffung der frauendiskriminierenden Gesetze.

2. Ein wichtiges Ziel der Bewegung ist das gegenseitige Kennen lernen und die Schaffung eines offenen Dialogs zwischen verschiedenen Frauengruppen und den Bürgern auf einer breiten gesellschaftlichen Ebene. Durch den direkten Kontakt mit den Bürgern wollen die Frauengruppen, als Verteidiger der Gleichberechtigung, auf die Nöte und Probleme in ihrem alltäglichen Leben - insbesondere auf juristischer Ebene - aufmerksam machen. Dies soll dazu beitragen, das Bewusstsein und die Sensibilität der Bürger für die ungleichen Rechte in ihrer Heimat zu stärken.

3. Gleichzeitig sollen die Aktivitäten den Erfahrungshorizont dieser, nach Gerechtigkeit suchenden Frauen und Männer erweitern sowie ihre Kontakte mit verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen intensivieren. Diese Kontakte bilden die Basis, auf der auch die bisher schweigenden Frauen ihre Stimmen öffentlich zu Gehör bringen können.

4. Diese Kampagne basiert auf dem Vertrauen in die Erhöhung des Bewusstseins, die Schaffung einer Gesprächskultur, die breite Beteiligung an demokratischen Aktivitäten sowie auf dem Vertrauen in rechtsstaatliche Reformen von unten, d.h. aus der Miitte der Gesellschaft und nicht von oben. Die Voraussetzung dafür bilden neben der Stärkung der gesellschaftlichen Position der Frauen auch der allgemeine gesellschaftliche Fortschritt. Wandel ist aber nur dann dauerhaft, wenn er gesellschaftlich verwurzelt ist und von allen Bürgern getragen wird. Deshalb muss jeder Einzelne nicht nur um die allgemeinen Nöte und Probleme wissen. Er muss zudem erkennen, dass juristische Probleme nicht individueller oder privater Natur sind, sondern dass eine große Anzahl von Frauen mit den schwerwiegenden Folgen dieser diskriminierenden Gesetze konfrontiert sind.

5. Die Aktivist/innen werden sich im Laufe der Kampagne der Tatsache bewusst werden, dass sie mit vielfältigen Schwierigkeiten und einem hohen Preis für ihr Engagement rechnen müssen. Lediglich auf der Basis breiter Unterstützung und Wohlwollens werden sie in der Lage sein, den Geist der Solidarität und den Gedanken der Emanzipation zu verbreiten, sowie die Achtung der Menschen-rechte zu verankern, und damit Ungerechtigkeit und Diskriminierung zu beenden. Aber nicht nur der Rückhalt in der Bevölkerung des eigenen Landes, sondern auch die Erfahrung mit den demokratischen Widerstand der Frauen in anderen Ländern, deren Regierungen und Traditionen mit dem Iran vergleichbar sind, wird sie stärken auf dem vor ihnen liegenden langen und schwierigen Weg. Denn es geht ihnen nicht um die Übernahme von Macht, sondern stattdessen um Information und Sensibilisierung von Frauen und einfachen Bürger über ihre eigene, aber auch über die allgemeine gesellschaftliche Situation.

6. Die erfolgreiche Durchführung dieser Kampagne wird zeigen, dass die berechtigte Forderung zur Veränderung der diskriminierenden Gesetze nicht nur von vier- bis fünftausend Frauen ausgeht. Im Gegenteil: Diese Forderung betrifft die gesamte Gesellschaft. Ein Grossteil der iranischen Frauen und Männer leidet unter der existierenden gesetzlichen Ungleichheit. Die Reaktionen auf diese Ungleichheit sind – je nach kulturellen Voraussetzungen und Möglichkeiten – vielfältig. Beispielsweise dokumentiert eine Journalistin in ihrem Artikel die fehlende Gleichberechtigung. Eine andere Frau verdeutlicht die Ungerechtigkeit durch Photos oder durch Filmvorführungen. Eine weitere Frau protestiert gegen die Unterdrückung durch Selbstverbrennung. Ein Mädchen flieht aus ihrem väterlichen Haus. Eine andere ungerecht behandelte Frau wehklagt im Gerichtssaal wegen der ihr widerfahrenen Ungleichheit. Und Hunderte anderer Fälle solcher gesellschaftlicher Proteste ereignen sich im alltäglichen Leben der iranischen Frauen.

7. Als weiteres Ziel der Kampagne soll verdeutlicht werden, dass die Veränderungen und die Reform der Gesetze nicht nur von wenigen Frauen gefordert werden. Um die Aktivist/innen zum Schweigen zubringen, werfen die Gegner der Kampagne diesen vor, lediglich aus Langeweile, Profilierungssucht usw. zu handeln. Dieser Vorwurf entbehrt allerdings jeglicher Wahrheit! Denn die ungerechten Gesetze wirken sich auf das Leben aller iranischen Frauen aus, gleich ob sie gebildet oder Analphabetin, ob sie wohlhabend oder arm, ob sie ledig oder verheiratet sind, ob sie vom Land oder aus der Stadt kommen.

Der Zeitraum der Durchführung der Kampagne

Diese Kampagne ist langfristig und sie wird solange dauern, bis eine Million Unterschriften gesammelt worden sind. Wir gehen davon aus, dass die Kampagne bis zu zwei Jahre dauern kann. Allerdings ist die Sammlung einer Million Unterschriften auch nur eine der geplanten Aktivitäten im Rahmen der Kampagne. Weitere Aktionen werden folgen.

Die Forderung dieser Kampagne richtet sich nicht gegen den Islam

Die Forderung nach einer Revision der diskriminierenden Gesetze ist weder illegal noch gegen den Islam gerichtet, sondern steht in Übereinstimmung mit den von der Regierung unterzeichneten internationalen Vereinbarungen. Da diese Vereinbarungen die Vermeidung jeglicher Form von Diskriminierung fordern, müssen folglich die Diskriminierungen im Iran beendet werden.

Sie steht auch nicht im Widerspruch zu den grundlegenden Prinzipien des Islam. Über die in dieser Kampagne verlangten Gesetzesänderungen gibt es dennoch Meinungsunterschiede unter den Geistlichen. Viele Kleriker wie Ayatollah Sanei oder Ayatollah Bojnurdi und einige andere Kleriker, fordern seit Jahren eine Revision der frauendiskriminierenden Gesetze. Für sie steht also eine Gesetzesänderung keineswegs im Widerspruch zum Islam.

Die Methode der Umsetzung dieser Kampagne

Die Methode der Umsetzung dieser Kampagne besteht hauptsächlich in der „face to face" Methode. Vier verschiedene Formen werden verfolgt:

1. Individuelle Gespräche mit Frauen, indem von Haus zu Haus gegangen und Unterschriften gesammelt werden.

2. Identifizierung der Frauenzentren, Führung von Gruppendiskussionen, Gespräche in öffentlichen Räumen, wie z.B. in öffentlichen Verkehrsmitteln, Parkanlagen, Universitäten, Fabriken, Friseursalons, Krankenhäuser, Gebetsräume, Sportzentren. Überall dort werden die Aktivist/innen der Kampagne versuchen mit anderen Iraner/innen ins Gespräch zu kommen.

3. Organisation von Seminaren und Diskussionsveranstaltungen in Seminarräumen und in Kulturzentren.

4. Nutzung des Internets für die Sammlung der Unterschriften und der Herstellung von Verbindungen.

Die Schulung von Freiwilligen

Um die Kampagne optimal durchzuführen, ist es notwendig die Freiwilligen gut zu schulen. Dafür wurden spezielle Komitees gegründet, die für die Schulungen verantwortlich sind. Alle freiwilligen Aktivist/innen, die Unterschriften sammeln und an der Kampagne teilnehmen wollen, werden in Kursen ausgebildet.

Es ist wichtig zu erwähnen, dass die Freiwilligen nicht unbedingt Experten auf dem Gebiet des Rechts sein müssen. Allerdings erhalten sie in den Kursen ein Grundlagenwissen über die für Frauen relevante Gesetzgebung, so dass sie in Gesprächen auf Fragen der Bürger kompetent antworten können. Zudem erlernen die Aktivist/innen die für die „face to face“ – Methode notwendigen Kenntnisse und Verhaltensweisen.

Die Reichweite der Aktivitäten

Der geographische Reichweite dieser Kampagne wird nicht auf Teheran beschränkt bleiben. Aktive Frauen können in allen Provinzen des Landes an der Kampagne teilnehmen, und sie können zur Teilnahme an den Schulungen nach Teheran kommen, um dann ihre Arbeit in den Provinzen aufzunehmen. Bei zunehmender Anzahl der aktiven Gruppen in den Provinzen besteht die Möglichkeit, die Schulungen auch vor Ort durchzuführen. Unterschriften können auch von im Ausland lebenden Iranern gesammelt und entweder per Post, oder mit Hilfe von Reisenden geschickt werden. Ferner kann man auch eine Unterschrift im Internet leisten.

Die Dokumentation der Erfahrungen für die Gegenwart und für die Zukunft

Ein weiterer Teil dieser Kampagne ist die Dokumentation. In „Tagebüchern“ können die Freiwilligen interessante Erfahrungen, die sie in Gesprächen mit anderen Frauen gesammelt haben, niederschreiben. Diese Berichte werden gemeinsam mit den Unterschriften abgegeben und ausgewertet. Bei den weiteren Schulungen können dann basierend auf diesen Erfahrungen die Gesprächsmethoden verbessert werden. Am Ende der Kampagne werden alle Erfahrungen in Form eines Buches veröffentlicht. Auf diese Weise werden die Erfahrungen an andere Gruppen, die in Zukunft ähnliche Kampagnen planen, weitergegeben.

Das Mindestalter der Unterzeichner

Die Unterzeichner/innen müssen mindestens 18 Jahre alt sein. Diese Unterschriften werden in speziell entworfenen Formularen, gesammelt, damit alle Unterschriften eine einheitliche Form haben. Zudem werden die Unterschriften auf der entsprechenden Website dokumentiert werden. Die Aktivist/innen können freiwillig die Summe von 5000 Tuman in die Kasse der Kampagne einzahlen, damit die Arbeit erfolgreich fortgeführt wer-den kann.

Weitere Informationen

Die Adresse der website lautet: www.we-change.org

Interessenten, die sich an dieser Kampagne beteiligen möchten, können uns auch über die folgende E-Mail erreichen: forequality@gmail.com.

Sie können auch an die folgende Anschrift schreiben: Teheran, Postfach 14335-851


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