ه‍.ش. ۱۳۸۷ مهر ۲۵, پنجشنبه

Iran - Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi im Visier des iranischen Regimes




Nach Erkenntnissen der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) schwebt die iranische Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi womöglich in Lebensgefahr. Nachdem sie am 1. Oktober 2008 von der Evangelischen Akademie Tutzing den Toleranzpreis überreicht bekam, erklärte die iranische staatliche Nachrichtenagentur IRNA, Ebadi habe die Geduld der iranischen Regierung ausgeschöpft. Die Menschenrechtsverteidigerin war in den letzten Monaten Opfer einer Hetzkampagne durch die staatlichen Medien Irans geworden, da sie zusammen mit fünf weiteren Nobelpreisträgerinnen die Freilassung der sechsköpfigen Baha’i-Führung gefordert hatte, die seit Anfang Mai in Isolationshaft festgehalten wird.

Des weiteren übte das iranische Außenministerium Druck auf die malaysischen Behörden aus, eine Reihe von Universitätsvorträgen, die Ebadi in nächster Zeit in Malaysia halten sollte, abzusagen. Der Iran drohte, die guten Beziehungen zwischen den beiden muslimischen Ländern würden sonst geschädigt.

Verleumdungskampagne gegen Ebadi

Shirin Ebadi ist Angriffe durch die iranische Regierung und die staatlichen Medien gewohnt. In den letzten vier Monaten haben die Verleumdungskampagnen durch die Nachrichtenagentur IRNA und die staatliche Zeitung Kayhan jedoch zugenommen. Besonders gefährlich sind die durch IRNA verbreiteten Behauptungen, Ebadis Tochter wäre angeblich zum Glauben der Baha’i übergetreten. Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM, forderte den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad zur Mäßigung auf: „Auch im Iran muss gelten, dass Rechtsanwälte, die ihre Mandanten auf der Basis des bestehenden Rechts vertreten, dafür nicht in ihrer physischen und beruflichen Existenz bedroht werden dürfen.“


Der Iran erkennt den Baha’i-Glauben nicht als Religion an und verfolgt die Baha’is als Ketzer. Ein Wechsel vom Islam zu einer anderen Religion wird als Apostasie verurteilt und schwer bestraft. Durch die Verbreitung des Gerüchts, ein Familienmitglied von Shirin Ebadi habe den Islam verlassen, um den Baha’i-Glauben zu praktizieren, wird die ganze Familie dem Zorn der shariatreuen Muslime preisgegeben und schwebt in Lebensgefahr.

Kampf für die Rechte der Frauen und Kinder

Die Richterin und Rechtsanwältin Shirin Ebadi hat einen großen Teil ihres Lebens dem Einsatz für die Rechte von Frauen und Kindern im Iran gewidmet. 1975 war sie eine der ersten Frauen, die zur Richterin des Teheraner Gerichts berufen wurde, sie übernahm dessen Vorsitz. Nach der islamischen Revolution 1979 wurde sie ihres Amtes enthoben. Als Anwältin setzte sie sich für politische Andersdenkende ein, die mit der islamischen Justiz in Konflikt gekommen waren. Ebadi hat mehrere Auszeichnungen für ihren Einsatz für die Menschenrechte erhalten, darunter 2003 den Friedensnobelpreis und 2004 den Leibniz-Preis der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover.


Teheran - Frankfurt am Main - (15. Oktober 2008)
http://www.openpr.de/news/250973/Iran-Friedensnobelpreistraegerin-
Shirin-Ebadi-im-Visier-des-iranischen-Regimes.html

Die IGFM ist eine Menschenrechtsorganisation, die 1972 in Frankfurt am Main gegründet wurde. Sie unterstützt Menschen, die sich gewaltlos für die Verwirklichung der Menschenrechte in ihren Ländern einsetzen oder die verfolgt werden, weil sie ihre Rechte einfordern. Nach Auffassung der IGFM sind nach dem Recht auf Leben und Sicherheit der Person, die bürgerlichen Rechte wie Meinungs-, Versammlungs- Religions- und Pressefreiheit die wichtigsten Menschenrechte. Ohne sie kann es weder Frieden noch sozialen Fortschritt geben. Die Grundlage ihrer Arbeit bildet die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen vom 10. Dezember 1948.

ه‍.ش. ۱۳۸۷ مهر ۲۳, سه‌شنبه

Wer hat Angst vor Parvin Ardalan?

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Wenn morgen in Stockholm der Olof-Palme Preis nach Hans Blix und Kofi Annan an eine Person verliehen wird, die ihn tatsächlich verdient hat, wird die Wichtigste fehlen. Die diesjährige Preisträgerin, Frauenrechtlerin und Bloggerin Parvin Ardalan aus dem Iran saß schon im Flieger nach Schweden, als sie von der iranischen Polizei festgenommen wurde.

Es erstaunt immer wieder, wieviel Angst die übelsten Diktaturen vor einzelnen mutigen Individuen haben, die sich entgegen allen Drohungen entschließen, die Wahrheit auszusprechen. Das ist im Steinigerstaat der Mullahs nicht anders als in Deutschland, damals, als die Linkspartei noch einen eigenen Staat hatte.

Die Menschenrechtlerin Parvin Ardalan setzt sich besonders für die Rechte der Frauen ein, die unter dem islamischen Regime, wie überall wo der Islam herrscht, die Unterdrückung durch die grausame Ideologie am härtesten zu spüren bekommen. Mit ihrem Blog Iranian Feminist Tribune erreichte sie täglich bis zu 70.000 Leser. Ende 2005 wurde der Zugang zum Blog für Internetuser aus dem Iran vom Regime blockiert. Zustände, wie sie mancher deutsche Blogwart bereits wieder auch für Deutschland herbei sehnt.

Parvin ließ sich nicht entmutigen und setzte sich weiter für die Menschenrechte und gegen das muslimische Regime ein, was ihr letztes Jahr eine noch nicht rechtskräftige Verurteilung zu einer dreieinhalbjährigen Gefängnisstrafe einbrachte. Als sie jetzt im Flugzeug nach Schweden saß um den Olof-Palme Preis entgegen zu nehmen, wurde sie aus dem Flugzeug festgenommen und abgeführt. Soweit bekannt ist sie aber nicht in Haft sondern lediglich unter Hausarrest gestellt. Die Preisverleihung wird morgen in Abwesenheit der Preisträgerin stattfinden.

Das Interesse deutscher Qualitätsjournalisten am Schicksal der Menschenrechtlerin ist zur Stunde noch bescheiden. Bisher berichten lediglich der Spiegel, die Frankfurter Rundschau und der Reutlinger Generalanzeiger über den Fall. In Österreich berichtet die Frauenrechtszeitung Die Standard.

http://www.pi-news.net/2008/03/wer-hat-angst-vor-parardalan.jpgvin-ardalan/