ه‍.ش. ۱۳۸۸ مرداد ۲۳, جمعه

Solidarität mit den iranischen trauernden Mütter




Die Dimensionen der Katastrophe waren größer als wir dachten. Die Menschen sind in Teheran und anderen Städten auf die Straße gegangen, um ihren Protest gegen das gefälschte Wahlergebnis in friedlicher Art zum Ausdruck zu bringen. Die Antwort waren Knüppel und Kugeln. Die, die fliehen konnten, sind in die nächsten Tage verhaftet worden. Die staatlichen Medien haben erst 8 Tote dann aber 11 gemeldet. Nach 25 Tagen gab es noch Vermisste, die weder auf der Liste der Toten noch auf der langen Liste der Verhafteten zu finden waren. Die Mütter sind überall dort gewesen, wo sie noch ein Zeichen von ihren vermissten Kindern zu finden hofften; leider vergeblich.
Jetzt, wo den Familien nach und nach die Leichen ihrer bisher vermissten Angehörigen übergeben werden, stellt man fest, dass der Anzahl der Toten viel höher ist, als die Regierung angegeben und offiziell bekanntgegeben hat. Bei der Übernahme der Toten müssen die Familien die Verpflichtung abgeben, über Zeitpunkt und Ursache des Todes ihrer Angehörigen zu schweigen.
Die Wahrheit kann aber nicht für immer verborgen bleiben.
Die Mütter, die ihre Kinder entweder verloren haben oder noch verhaftet sind und vermisst werden, haben „Das Komitee der trauernden Mütter“ gegründet. Die Mitglieder dieses Komitees und alle, die sich mit ihnen solidarisch fühlen, sammeln sich jeden Samstag zwischen 19 und 20 Uhr schwarz gekleidet in den Parks von iranischen Städten, um in Schweigen ihre Trauer zum Ausdruck zu bringen. Ich drücke mein herzliches Beileid für diese Mütter aus. Ich bitte alle Freiheit liebenden Frauen der Welt, sich dieser Aktion anzuschließen und jeden Samstag zwischen 19 und 20 Uhr in schwarzer Kleidung die Bürger ihre Städte auf das Leid der trauernden iranischen Mütter aufmerksam zu machen.

Die iranische Menschenrechtlerin und Friedensnobelpreisträgerin
Shirin Ebadi