ه‍.ش. ۱۳۸۷ آذر ۲۹, جمعه

Prozessauftakt in Hamburg: Ehrenmord oder «affektive Entladung»?



Mit einer zehn Zentimeter langen Klinge soll der Angeklagte 23 Mal auf seine Schwester eingestochen haben. Ob die Tat als geplanter Mord bewertet werden muss, darüber wurde bereits am ersten Prozesstag gestritten.

Auf einem Parkplatz mitten in Hamburg wird die 16- jährige Deutsch-Afghanin Morsal im Mai dieses Jahres von ihrem Bruder getötet. 23 Mal sticht der junge Mann auf seine Schwester ein und trifft dabei auch ihr Herz.
Kurz vor der Bluttat habe er sie noch gefragt, ob sie eine Prostituierte sei. Das gehe ihn «einen Scheißdreck an», habe das Mädchen geantwortet. So schildert der Staatsanwalt am Dienstag zum Auftakt des sogenannten Ehrenmord- Prozesses den Wortwechsel der beiden, bevor der Bruder ein Messer mit einer zehn Zentimeter langen Klinge zückt. Die 16-Jährige verblutet noch am Tatort.



Im Hochsicherheitssaal des Hamburger Landgerichts werden die dramatischen Ereignisse zu Prozessbeginn eher nüchtern abgehandelt und das Opfer wird als «Geschädigte» nur kurz erwähnt. Der 24 Jahre alte Angeklagte, der wegen Mordes vor Gericht steht, lässt das Blitzlichtgewitter der Fotografen ruhig über sich ergehen. Zum Tathergang verweigert der gelernte Einzelhandelskaufmann die Aussage.

Lange Liste von Gewalttaten

Dafür streiten sich seine Anwälte mit dem Psychiater über das Gutachten für ihren Mandanten und lehnen ihn als befangen ab. Er stehe «einseitig auf Seiten der Geschädigten» und habe eine «feindseligen Grundhaltung gegenüber dem Angeklagten». Die Tat sei nicht heimtückisch gewesen, sondern eine «affektive Entladung», meint Rechtsanwalt Thomas Bliwier.

Richter Wolfgang Backen hat eine lange Liste von Gewalttaten parat und liest aus alten Gerichtsprotokollen vor. Sie belegen, dass Morsals Bruder sich bereits mehrfach wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten musste. Auch die Schwester, über deren Kleidung er sich ärgerte, soll er geschlagen und getreten haben.

Schon zwei Jahre vor der Bluttat habe er ihr gedroht: «Ich mache Dich kalt.» Kurz bevor er Morsal tötete, war er wegen einer anderen Sache zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden, die er aber noch nicht angetreten hatte.

Weiße Rosen für Morsal

Draußen vor dem Gericht geht es um das Gedenken an die tote Morsal. Mit viel Gefühl, weißen Rosen, Transparenten und Fotos mit schwarzen Bändern erinnert die Menschenrechtsorganisation Terre des Femmes an die lebensfrohe 16-Jährige. Sie wollte sich dem Diktat der Familie nicht einfach beugen, wollte nicht anders leben als ihre Freundinnen in der Schule, sagt Aktivistin Heidemarie Grobe.

Morsal ist nicht einmal drei Jahre alt, als sie mit ihrer Familie aus Afghanistan nach Deutschland flieht. 2006 meldet sie sich zum ersten Mal beim Jugendnotdienst in Hamburg. Vater und Bruder hatten sie geschlagen, weil sie nicht wollten, dass sie sich schminkt.

5000 Frauen und Mädchen werden nach Schätzung von Terre des Femmes jährlich weltweit ermordet, weil sie das System des Gehorsams infrage stellten. «Es darf keinen Bonus für Selbstjustiz geben», keine Kultur habe das Recht so etwas zu tun, sagte die in der Türkei geborene Soziologin Necla Kelek. Solche Taten seien keine Affekttaten, sondern Verbrechen im Namen der Tradition.

Die Kundgebung solle Mädchen und Frauen auch ermutigen, sich der Bevormundung durch die Familie zu widersetzen. Dafür brauchten sie Schutzräume, spezielle Opfer- Schutzprogramme. Wenige Meter weiter hält eine Schülerin aus dem Iran ein Transparent hoch: «Ehre ist - für die Freiheit meiner Schwester zu kämpfen.» (Maja Abu Saman, dpa)

http://www.netzeitung.de/politik/deutschland/1233717.html

۱ نظر:

ناشناس گفت...

Es kann sich nicht um einen Ehrenmord handeln, denn wer mordet hat keine Ehre. Es handelt sich jedoch um eine Verabredung zum Mord, die ganze Familie ist straffällig geworden. Es kann sich auch niemand auf den Glauben berufen, Gott sagt: "Du sollst nicht töeten". Kein Moslem kann seine "Ehre" über das Wort seines Gottes stellen, es sei denn er ist gottlos und des Teufels.