۱۳۸۷ آذر ۲۰, چهارشنبه

Hinrichtungswelle im Iran geht weiter...



KÖLN. (hpd) ...und die Weltöffentlichkeit schaut geduldig zu!
In der kommenden Woche jährt sich der Jahrestag der Vereinbarung der Allgemeinen Menschenrechte zum 60. Mal. Die politische Beachtung dieser Menschenrechte ist geradezu erbärmlich. Heute ist eine Trauerfeier in Teheran.


Ein Bekenntnis und Aufruf von Mina Ahadi

Ich habe am 25 .11.08 eine Veranstaltung in Herford. Der 25.11 ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen, und ich sitze um 2 Uhr nach Mitternacht in meinem Zimmer im Hotel und spreche mit Zahra Hagigatpagoh. Sie ist 23 Jahre alt und steht mit ihrer 17 Jahre alten Schwester Farzine gegenüber dem Evin Gefängnis in Teheran und sagt: „Mina, wir sind hier mehr als 100 Personen. Heute Nacht werden zehn Menschen hingerichtet." Eine von ihnen ist Fateme Hagigatpagoh, Zahras Mutter.

Ich kenne die Familie seit sechs Jahren und organisierte mit dem Komitee gegen die Todesstrafe eine erfolgreiche Kampagne für Fateme. Wir haben Demonstrationen organisiert in Köln, in Bremen, Berlin, Hamburg, in Stockholm, Göteborg, Malmö und Kopenhagen, in Torento , ....
Wir haben mit Abgeordneten des Europaparlamentes gesprochen und wir haben auch in Teheran eine Demonstration mit organisiert und...
Wir haben es einmal geschafft Fateme zu retten, als sie bereits zum Hinrichtungsort gebracht wurde, aber dieses Mal haben wir verloren.
Ich habe bis zu den letzten Minuten gehofft und habe mit mehreren Organisationen und auch mit Europa-Abgeordneten gesprochen. Dieses Mal hat die Islamische Regierung nicht geantwortet und am 26.11.2008 zehn Menschen hingerichtet.
Jetzt haben Zahra und Farzine keine Mutter mehr und auch keinen Vater. Der Vater ist spurlos verschwunden!

Heute, am Freitag den 5.12.2008, ist eine Trauerfeier in Teheran und seit zehn Tagen haben mehrere Menschen Zahra und Farzine besucht und ihnen geholfen.

Bei einer TV live Debatte über diese Hinrichtung, und auch Fatemes Lebensgeschichte, haben in zwei Stunden mehr als 100 Menschen angerufen und mit mir und dem Moderator gesprochen. Alle waren gegen die Todstrafe und alle haben aus dem Iran angerufen. Der „Neue Kanal" ist ein Satelliten TV der iranischen Opposition und sehr bekannt. Ich war letzte Woche dreimal als Gast bei diesem Fernsehsender und wir haben über die Todesstrafe und den Kampf gegen Steinigungen und alle unmenschlichen Strafen und auch über das Gesetz der Scharia gesprochen.

Im Iran ist die Todesstrafe eine wichtige Form der Gewalt gegen alle Menschen und ein effektives Instrument für das Regime, seine Macht zu befestigen und die Menschen zu erschrecken. Seit einem Jahr sind mehr als 300 Menschen hingerichtet worden. Elf Frauen und Männer sind verurteilt worden, gesteinigt zu werden und vorige Woche hat ein Hohes Gericht in Schiraz Frau Afsane R. zum Tod durch Steinigung verurteilt. In Teheran haben Islamisten einen 27 Jahre alten Mann namens Majied verurteilt, dass ihm die Augen mit Säure amputiert werden!

Wir kämpfen gegen alle diese barbarischen Formen von islamischen Strafen. Das Komitee gegen die Todesstrafe ist im Iran und auch in anderen Ländern bekannt. Wir haben direkte Kontakte mit Betroffenen und auch mit ihren Familien, wir haben versucht, allen diesen Menschen ein Gesicht geben. Wer ist Nazanin Fatehi, wieso soll sie getötet werden, zu welcher Familie gehört sie und welche Musik mag sie? Von Gefängnissen aus rufen uns Menschen an, mit vielen Problemen und unter Gefahr und bitten uns, ihre Fälle auch zu bearbeiten.

Im Iran existiert eine breite Bewegung gegen staatlichen Mord oder die Todesstrafe. Es gibt hunderte Internetseiten und Blogs, die uns helfen. Auch ein Netzwerk von Anwälten und Menschenrechtler helfen uns.

Derzeit sitzen Hunderte Menschen in Todeszellen im Iran und sie brauchen Hilfe.

Die deutsche Regierung und Europas Regierungen haben keine Interesse darüber zu reden oder etwas zu tun. Meine Hoffnung sind Menschen und wir versuchen direkt mit Menschen zu reden und mit Aktionen und Unterschriften und... Menschen zu retten. Wir haben 2008 mit Aktionen und auch mit Hilfe von einer Schule in Hamburg und verschiedenen Aktivitäten von Schülern Sina Paimard, einen 19 jährigen Jungen, im Iran gerettet. Nazanin Fatehi, Afsane Nourozi und... wurden auch gerettet. Allein wenn wir eine Person gerettet haben, haben wir große Arbeit geleistet. Wir machen weiter.


Mina Ahadi ist Vorsitzende des Zentralrates der Ex-Muslime und des Komitees gegen die Todesstrafe und gegen Steinigungen. Sie lebt mit ihrer Familie in Köln.

http://hpd.de/node/5917

Zum 60.Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte




30 Artikel der Menschenrechte


Ich bin frei

Artikel 1. 'Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.'

Wussten Sie, dass Frauen auch im Iran als Bürger zweiter Klasse behandelt werden?

Ich bin anders.

Artikel 2. 'Jeder hat Anspruch auf diese Rechte ohne Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer od. sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder Stand.'

Wussten Sie, dass in keinem anderen Land Europas Roma so angefeindet werden wie in Italien?

Ich bin sicher.

Artikel 3: 'Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person.'

Wussten Sie, dass weltweit mindestens 20.000 Menschen in Todeszellen sitzen.

Ich gehör mir.

Artikel 4. 'Niemand darf in Sklaverei oder Leibeigenschaft gehalten werden.'

Wussten Sie, dass jährlich rund zwei Millionen Mädchen in Hände von Menschenhändlern geraten?

Ich bin unschlagbar.

Artikel 5. 'Niemand darf der Folter oder grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe unterworfen werden.'

Wussten Sie, dass 2007 in 81 Ländern Fälle von Folter dokumentiert wurden?

Ich hab Recht.

Artikel 6. 'Jeder hat das Recht, als rechtsfähig anerkannt zu werden.'

Wussten Sie, dass in Myanmar wohl noch ca.700 Menschen inhaftiert sind.

Ich bin gleich.

Artikel 7. 'Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich und haben ohne Unterschied Anspruch auf gleichen Schutz.'

Wussten Sie, dass in 23 Ländern Frauen, in 15 Ländern Einwanderer, in 14 Ländern Minderheiten diskrim. sind?

Ich kann mich wehren.

Artikel 8. 'Jeder hat Anspruch auf einen wirksamen Rechtsbehelf bei den zuständigen innerstaatlichen Gerichten gegen Handlungen, durch die seine ihm nach Verfassung oder Gesetz zustehenden Grundrechte verletzt werden.'

Wussten Sie, dass Ende 2007 mehr als 600 Menschen im US-Stützpunkt Bagram/Afghanistan in Haft - ohne Urteil oder richterl. Nachprüfung - saßen?

Ich bleib hier.

Artikel 9. 'Niemand darf willkürlich festgenommen, in Haft gehalten oder des Landes verwiesen werden.'

Wussten Sie, dass Gefängnisse in 27 afrikanischen Staaten durchschnittlich 141 Prozent überbelegt sind?

Ich kann vertrauen.

Artikel 10. 'Jeder hat bei der Feststellung seiner Rechte und Pflichten sowie bei einer gegen ihn erhobenen strafrechtlichen Beschuldigung in voller Gleichheit Anspruch auf ein gerechtes und öffentliches Verfahren vor einem unabhängigen und unparteiischen Gericht.'

Wussten Sie, dass die Politikerin und FriedensnobelpreisträgerinAung San Suu Kyi in Myanmar in den letzten 18 Jahren über 12 in Haft/Hausarrest lebte?

Ich bin unschuldig.

Artikel 11. 'Jeder Mensch ist so lange als unschuldig anzusehen, bis seine Schuld gemäß dem Gesetz nachgewiesen ist.'

Wussten Sie, dass 2008 noch 270 Personen in Guantánamo Bay ohne Urteil gefangen gehalten werden?

Ich hab ein Geheimnis.

Artikel 12. 'Niemand darf willkürlichen Eingriffen in sein Privatleben, seine Familie, seine Wohnung und seinen Schriftverkehr ausgesetzt werden.'

Wussten Sie, dass Sie in China im Internetcafé beim Surfen von der Polizeistreife bewacht werden können?

Ich geh, wohin ich will.

Artikel 13. 'Jeder hat das Recht, sich innerhalb eines Staates frei zu bewegen und den Aufenthaltsort frei zu wählen.'

Wussten Sie, dass es 2007 mehr als 550 israelische Militär-Kontrollpunkte gab, um Palästinenser im Westjordanland einzuschränken.

Ich bekomme Schutz.

Artikel 14. 'Jeder hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu genießen.'

Wussten Sie, dass über 1 Million Somalis auf der Flucht sind und Zivilisten regelmäßig Opfer brutaler Gewalt sind.

Ich gehör dazu.

Artikel 15. 'Jeder hat das Recht auf eine Staatsangehörigkeit.' ...

Wussten Sie, dass bhutanische Staatsangehörige, die Bhutan ohne Erlaubnis der Behörden verlassen haben, mit staatlichen Sanktionen rechnen müssen?
Ich heirate, wen ich will.

Artikel 16. 'Heiratsfähige Frauen und Männer haben ohne Beschränkung auf Grund der Rasse, der Staatsangehörigkeit oder der Religion das Recht, zu heiraten und eine Familie zu gründen.'

Wussten Sie, dass Frauen südostasiatischer Abstammung von ihren Familien entführt und gezwungen werden, im Herkunftsland ihrer Eltern einen ihnen unbekannten Mann zu heiraten?.

Ich hab's.

Artikel 17. 'Jeder hat das Recht, sowohl allein als auch in Gemeinschaft mit anderen Eigentum innezuhaben.'

Wussten Sie, dass Frauen oft als Eigentum von Vätern/Männern, d.h. heißt als verkäufl. Besitz betrachtet werden?

Ich hab meinen eignen Kopf.

Artikel 18. 'Jeder Mensch hat Anspruch auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit.'

Wussten Sie, dass in 45 Ländern gewaltlose politische Gefangene noch immer in Gewahrsam sind?

Ich seh das anders.

Artikel 19. 'Jeder Mensch darf frei seine Meinung äußern - egal welche, wie und wo auch immer.'

Wussten Sie, dass in über 55 Ländern die Meinungsfreiheit beschnitten wird?

Ich bin dabei.

Artikel 20. 'Jeder Mensch hat das Recht auf Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit zu friedlichen Zwecken.'

Wussten Sie, dass sich Menschen in Myanmar strafbar machen, wenn sie in Gruppen ab 5 Personen zusammen sind?

Ich hab die Wahl.

Artikel 21. Jeder hat das Recht, an der Gestaltung der öffentlichen Angelegenheiten seines Landes unmittelbar oder durch frei gewählte Vertreter mitzuwirken.

Wussten Sie, dass nach den Parlamentswahlen 2005 in Äthiopien gewählte Parlamentarier verhaftet und angeklagt wurden?

Ich bin nicht allein.

Artikel 22. 'Jeder hat als Mitglied der Gesellschaft Recht auf soziale Sicherheit.'

Wussten Sie, dass rund ein Sechstel der Weltbevölkerung mit weniger als einem US-Dollar/Tag auskommen muss?

Ich hab zu tun.

Artikel 23. 'Jeder hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf gerechte und befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz vor Arbeitslosigkeit.'

Wussten Sie, dass aktive Gewerkschafter in Brasilien Gewalt ausgesetzt sind?

Ich hab frei.

Artikel 24. 'Jeder hat das Recht auf Erholung und Freizeit; insbesondere auf eine vernünftige Begrenzung der Arbeitszeit und regelmäßigen bezahlten Urlaub.'

Wussten Sie, dass auch in Urlaubsländern wie Thailand oder den Philippinen Mädchen zur Prostitution gezwungen werden. In der Türkei gibt es noch immer so genannte Ehrenmorde

Ich hab genug.

Artikel 25. 'Jeder hat das Recht auf einen Lebensstandard, der Gesundheit und Wohl seiner selbst wie auch seiner Familie gewährleistet.'

Wussten Sie, dass über 920 Mio Menschen weltweit hungern.

Ich will's wissen.
Artikel 26. 'Jeder hat Recht auf Bildung.'

Wussten Sie, dass eine Milliarde Menschen nicht lesen/schreiben können?

Ich mach mit.

Artikel 27. 'Jeder hat das Recht, am kulturellen Leben der Gemeinschaft frei teilzunehmen.'

Wussten Sie, dass Bu Dongwe 2006 in Peking für zwei Jahre in einem Arbeitslager war, weil er Falun Gong praktiziert?

Ich weiß, was mir zusteht.

Artikel 28. 'Jeder hat Anspruch auf soziale und internationale Ordnung, in der die in dieser Erklärung verkündeten Rechte+ Freiheiten verwirklicht werden können.'

Wussten Sie, dass für Millionen von Kindern Krieg Alltag ist?

Ich bin verantwortlich.

Artikel 29. 'Jeder hat Pflichten gegenüber der Gemeinschaft, in der allein die freie und volle Entfaltung seiner Persönlichkeit möglich ist.'

Wussten Sie, dass 2007 43,7 Millionen Menschen weltweit Taten zur Bekämpfung der Armut forderten?

Ich bleib im Recht.

Artikel 30. 'Keine Bestimmung dieser Erklärung darf dahin ausgelegt werden, dass sie irgendein Recht begründet, eine Tätigkeit auszuüben, die die Beseitigung der in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten zum Ziel hat.'

Wussten Sie, dass China Hauptabnehmer des Öls aus Sudan ist? Trotz Vertreibungen und Tötungen in Darfur gibt China dem Sudan im UNO-Sicherheitsrat Rückendeckung.

http://www.suedwest-aktiv.de/region/zak/kommunales/4010116/artikel.php?SWAID=495ded47776779b01a04180a74e3778c

۱۳۸۷ آذر ۱۵, جمعه

Weiblicher "Bewegungsjournalismus" im Iran




Fünf frauenpolitisch aktive Iranerinnen waren zu Gast in Wien: Was die Politik versäumt, übernimmt die Zivilgesellschaft lautete das Credo der Zweckoptimistinnen

Optimismus ist eine schöne Sache, vor allem, wenn er aus einem Land kommt, das sonst eher für traurige Nachrichten bekannt ist, wenn es um die gesellschaftliche Etablierung demokratischer Grundwerte geht. Die Rede ist von Iran: Jenseits von Mahmud Ahmadi-Nejads antisemtischen Verbalattacken gegen Israel und unabhängig von seinem Tauziehen mit der Internationalen Gemeinschaft über das vermutete Atomprogramm Irans hat sich in dem rund 75 Millionen EinwohnerInnen-Land eine Zivilgesellschaft gebildet, die hauptsächlich von Frauen getragen wird.
So berichten es zumindest die fünf weiblichen Gäste, die auf Einladung der Österreichisch-Iranischen Gesellschaft, der Plattform "Pro Frau" und dem interkulturellen Forum "Das Iranische Wien" am 3. und 4. Oktober nach Wien gekommen sind, um über zivile Entwicklungen in Iran zu berichten. Als wohl bekannteste Vertreterin der iranischen Frauenbewegung war Shahla Lahiji zu Gast, die 1983 als erste Verlegerin in Iran Geschichte schrieb. Bei "Roshangaran" sind bisher an die 300 Titel erschienen, die meisten haben die Lebensrealität von Frauen zum Thema. Die einsame Verlegerin ist längst Vergangenheit: Inzwischen sei der Buchmarkt in Iran "eigentlich in den Händen der Frauen", so die Publizistin. Von 500 "unabhängig" tätigen VerlegerInnen seien 200 Frauen.

Politisches Vakuum mit Eigeninitiative gefüllt

Dass Frauen über "aktuelle Probleme" wie Abtreibung und Gewalt in der Familie schreiben, ist mutig, an der ökonomisch schwierigen Situation der meisten Frauen ändert das wenig. Die Arbeitsmarktsituation in Iran ist generell schlecht - besonders für AkademikerInnen - trotzdem berichteten die Frauen auch über positive Entwicklungen. Die Arbeitsmarktexpertin Firouzeh Saber präsentierte ihre Studie über 50 Unternehmerinnen in Iran. Jenes Empowerment, das Frauen dazu befähigt, trotz ihrer rechtlichen und gesellschaftlichen Diskriminierung im Arbeitsleben aktiv zu werden, sieht sie auch abseits der intellektuellen, urbanen Gegenden des Iran bestätigt. "Die Frauen haben das Vakuum, das die offizielle Politik produziert mit der Kraft der Einzelnen gefüllt, sie mussten es tun", fügt Saber hinzu.

Den Bereich Medien und Frauen deckte die junge Journalistin Ameneh Shirafkan ab. Sie studiert Women's Studies in Teheran, ist in der Studentenbewegung aktiv und schreibt seit mehreren Jahren für verschiedene Frauenmagazine. Die Dominanz von Männern und deren Blick in den Medien haben Journalistinnen in den letzten Jahren gebrochen, so die 26-Jährige. Heute würde eine Auseinandersetzung mit frauenspezifischen Themen wie Gewalt in der Familie und Berufstätigkeit von Frauen nicht mehr nur in Frauenmagazinen vorkommen, sondern auch in allgemeinen Zeitschriften.

Rote Linie der Zensur

Die Bedingungen, als Journalistin in Teheran zu arbeiten, sind jedoch weiter hart. Durch die starke Zensur dürfe etwa über die Praxis von Steinigungen in Iran nicht berichtet werden. Über viele Frauenaktivistinnen würden zudem Listen existieren, die sie aus der Medienberichterstattung ausschließen.

Trotz der widrigen Umstände, zu der auch die mangelnde finanzielle Absicherung gehört, haben die Frauen aber auch Siege errungen: So konnte ein parlamentarischer Antrag zur Verschärfung des Familienrechtsgesetzes vor einigen Jahren durch die Mobilisierung der Zivilgesellschaft in den Medien abgewendet werden. Die Anträge, bei denen es um die Einführung von Polygamie und die Versteuerung der Morgengabe ging, störten auch die Prinzipalistinnen (Anm. "Prinzipalisten" - Überbegriff für konservative PolitikerInnen in Iran) - ein wesentlicher Faktor für den Erfolg der Kampagne, so Shirafkan. "Als ich am Zeitungskiosk vorbeiging und sah, dass fast alle Zeitungen mit 'Sieg der Frauen' titelten, habe ich eine Gänsehaut bekommen", erzählt die Journalistin stolz.

Bewegungsjournalismus

Auch bei einem anderen Antrag, in dem es um die gesetzliche Reduzierung der Arbeitsstunden für Frauen ging, konnte sich die Frauenbewegung durchsetzen. Die Diskussion darüber sei sehr kontroversiell verlaufen, weil sich zahlreiche Frauen auch Vorteile über die einseitige Verkürzung ihrer Arbeitszeit versprachen, gleichzeitig hätte das Gesetz aber auch Arbeitnehmerinnen für Unternehmen unattraktiv gemacht. Letztlich wurde der Antrag auch aufgrund der hohen Kosten, die der Staat damit auf sich genommen hätte, fallen gelassen. Dies alles sieht Shirafkan als Zeichen eines erstarkenden "Bewegungsjournalismus" in Iran: Zum einen, weil viele Aktivistinnen inzwischen als Journalistinnen arbeiten, zum anderen, weil kritischer Journalismus auch konkret etwas an den Verhältnissen ändern kann. Aktuell wird in Iran über ein Gesetz diskutiert, das nur für Frauen das Studium auf den eigenen Wohnort beschränkt - eine Maßnahme, die den zunehmenden Frauenüberschuss (zwischen 55 und 70 Prozent) an den iranischen Universitäten eindämmen soll. Auch in dieser Frage, so Shirafkans, mobilisiert bereits der kritische Journalismus. (freu, dieStandard.at, 10.10.2008)
http://diestandard.at/?url=/?id=1220460205064

۱۳۸۷ آذر ۱۴, پنجشنبه

Iranerin (Afsaneh. R) zum Tod durch Steinigung verurteilt


T e h e r a n (idea) – Im Iran soll eine Frau als Strafe für Ehebruch und Mord gesteinigt werden. Wie der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) jetzt bekannt wurde, habe der Oberste Gerichtshof der Islamischen Republik Irans am 27. November die Todesstrafe durch Steinigung bestätigt.

Die junge Frau warte in einem Gefängnis in Shiraz auf ihre Hinrichtung, so die IGFM (Frankfurt am Main). Gegen die Iranerin sei das Todesurteil zwei Mal ausgesprochen worden: einmal wegen Ehebruchs und einmal wegen Mordes. Mit Hilfe eines Mannes, mit dem sie angeblich eine Affäre hatte, soll sie ihren Ehemann getötet haben. Der Liebhaber wurde wegen der unehelichen Beziehung zu 100 Peitschenhieben und wegen der Beteiligung an einem Mord zu 15 Jahren Haft verurteilt. Die IGFM erinnert angesichts dieses eklatanten Verstoßes gegen internationales Recht daran, dass der Iran im Jahr 2002 ein Moratorium für Steinigungen ausgerufen, sich aber nicht daran gehalten habe.

Besonders qualvoller Tod

Iranische Bürgerrechtler und die IGFM hatten erst im Juli am Beispiel von 8 Frauen und einem Mann, die in den letzten Jahren zum Tode durch Steinigung verurteilt worden waren, die Islamische Republik gemahnt, diese Hinrichtungen zu stoppen. Derzeit sollen 11 Menschen von Steinigung bedroht sein. Diese Form der Todesstrafe ist besonders qualvoll. Männer werden bis zur Hüfte und Frauen bis unter die Brust eingegraben. Dann werden sie vor den Augen von Richtern, Zeugen und Schaulustigen so lange mit Steinen beworfen, bis sie sterben. Die Steine dürften nicht zu groß und nicht zu klein sein, weil der Tod langsam und qualvoll eintreten soll.

http://www.idea.de/index.php?id=917&tx_ttnews[tt_news]=70631&tx_ttnews[backPid]=18&cHash=f4ec4c26b9

Alle Bemühungen wurden zu Nichte gemacht, Fatemeh Haghighat-Pajouh wurde hingerichtet

Kobra Rahmanpor- Fatemehe Haghighatpajoh -
Nazanin Fatehi- Shahla Jahed

Fatemeh Haghighat-Pajouh wurde wegen Mord an ihrem Mann (Ehe auf Zeit) zur Todesstrafe durch Hinrichtung verurteilt. Das Urteil wurde trotz massiver Proteste seitens der Menschenrechtsorganisationen am letzten Mittwoch vollzogen.

Der Anwalt von Fatemeh bestätigte die Hinrichtung seiner Mandantin, die ihren Mann wegen Versuch der Vergewaltigung an ihrer 14 jähriger Tochter umbrachte, in einem Interview mit BBC.

Abdolsamad Khorramshahi erwähnte in seinem Interview mit BBC, dass er einige Stunden vor der Hinrichtung in einem telefonischen Gespräch mit seiner Mandantin darüber informiert wurde.

Das Urteil wurde vor drei Jahren von Mahmoud Hashemi Shahroudi, Vorsitzender der Justiz zurückgehalten, aber die Richter des Hohen Rates bestätigten das Urteil wieder. Sie wurde zweimal bis zur Hinrichtungsplatz geführt aber die Vollziehung wurde wegen der Intervention von Menschenrechtaktivisten und Vorsitzender der Justiz verschoben. Dieses Urteil, das von Urgericht und Hohen Rat bestätigt wurde, konfrontierte breiten Protestwellen von FrauenrechtaktivistInnen und Internationalen Menschenrechtsorganisationen. Alle Bemühungen um die Familie des Mannes zu überzeugen, dass es sich um Notwehr handelte, waren vergeblich. Laut Anwalt der Verurteilten, wurden diese Bemühungen bis zu letzten Tagen ihres Lebens weitergeführt.

Frauenrechtaktivistinnen sehen Fatemeh Haghighat-Pajouh als Opfer der Gesellschaftlichen Problemen speziell im Bezug auf Frauen, sagt Asieh Amini, Frauenrechtaktivistin zu BBC.

Frau Haghighat-Pajouh ermordete und zerstückelte ihren Mann im März 2001. im September Desselben Jahrs wurde sie verhaftet und verurteilt.

Berichten nach, gestand sie den Mord an ihrem Mann aber betrachtete ihn wegen Notwehr gerechtfertigt. Diese wurde vom Gericht nicht akzeptiert und sie daher zur Todesstraffe verurteilt.